Mittelsteinzeit

Lagerplatz nomadischer Jäger und Sammler (um 9000 v. Chr.)

Als Mittelsteinzeit wird die Epoche nach dem Ende der letzten Eiszeit ab etwa 9600 v. Chr. bezeichnet. Damals breiteten sich in Europa wieder dichte Wälder aus und lösten die Kältesteppen (Tundra) mit ihrer charakteristischen Großsäugerfauna ab.

Durch die fortschreitende Klimaerwärmung nahm die dichte Bewaldung vorwiegend mit Kiefern und Birken rasch zu, die Gewässer waren gesäumt von dichter Buschvegetation. Hirsch, Reh, Kleinwild und Fische wurden zur bevorzugten Jagdbeute der mittelsteinzeitlichen Wildbeuter. Haselnüsse, Wildobst und andere Sammelpflanzen ergänzten den Speiseplan um wichtige Grundelemente.

 

Die Wanderrouten und die Wahl der Lager- und Rastplätze der mobilen Gruppen richteten sich im Jahresablauf nach der Verfügbarkeit der zum Überleben benötigten Ressourcen. Die wichtigsten Geräte wurden bevorzugt aus Feuerstein oder anderen lokalen Gesteinsarten hergestellt. Pflanzliche und tierische Materialien aller Art – wie Holz, Geweihe, Häute – waren aber die überwiegend verwendeten Rohstoffe für zum Teil hochkomplexe Gerätschaften und Werkzeuge. 

  

Die Ankunft der ersten sesshaften Ackerbau- und Viehzüchterkulturen läutete ab etwa 5500 v. Chr. den allmählichen Niedergang für die nomadische Lebensweise der letzten Jäger- und Sammler ein.

 

Nur selten bleiben von einem mittelsteinzeitlichen Lagerplatz die unscheinbaren Pfostenspuren rundlicher bis ovaler Hütten oder Zelte erhalten, die als Grundlage für eine Rekonstruktion kuppel- oder zeltförmiger Behausungen aus meist vor Ort verfügbaren Materialien dienen. 

 

Vermutlich handelt es sich bei den in Niederweimar aufgedeckten Spuren – Ansammlungen von Steingeräten, Reibsteinen und Resten einer Feuerstelle – um die Zeugnisse nur kurzfristig aufgesuchter Lagerplätze im Zuge saisonaler Wanderungen. Hier konnten keine Behausungsspuren nachgewiesen werden, so dass auf andernorts beobachtete archäologische Befunde mittelsteinzeitlicher Hütten Bezug genommen wird. 

Eingerahmt wird der Platz von einem Kiefern-Birken-Wald auf dem Hochufer und dichtem Gebüsch aus Weiden, Erlen und Hasel am Gewässersaum.

 

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