Frühe Römerzeit

Germanisches Gehöft (um die Zeitenwende)

Das große Wohnstallhaus, in dem einst Mensch und Tier unter einem Dach lebten, bildet zusammen mit der kleinen Scheune und dem Grubenhaus einen autarken Wirtschaftsbetrieb: das germanische Gehöft.

Das Hauptgebäude gliedert sich in einen Wohnbereich sowie einen Wirtschaftsraum und einen Stallteil mit Einständen für das Vieh. 

Daneben dient ein kleineres Gebäude als Scheune oder Remise für Wagen und Gerät. Diese Gebäude sind seit Sommer 2018 im Bau und bereits weitgehend fertig gestellt.

Das kleine Grubenhaus ist mit seinem Innenraum in den Boden eingetieft. Es dient handwerklichen Zwecken, vorrangig als Webstube, daher soll hier die antike Textilherstellung demonstriert werden.

Auf einem eingehegten Ackerbeet werden typische Nutzpflanzen der Germanen kultiviert. Die natürliche Vegetation ist seit der Eisenzeit weitgehend zurückgedrängt, die Landschaft eine ausgeräumte Kulturlandschaft. 

 

Seit der Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. begannen germanische Gruppen nach Süden vorzudringen und die einheimische eisenzeitliche Bevölkerung im Mittelgebirgsraum zu bedrängen und abzulösen.

Zugleich bemühte sich Rom nach Gallien, auch die rechtsrheinischen Gebiete Germaniens bis zur Elbe zu erobern. So trafen in unserem Raum drei Kulturen aufeinander. 

 

Tragende Säule der germanischen Wirtschaftsweise war offenbar die Viehzucht. Der Sommerfeldbau mit den Hauptnutzpflanzen Gerste, Emmer, Ackerbohne, Rispenhirse, Linse und Leindotter trat dahinter eher zurück.

 

Besonders die bei den Ausgrabungen aufgefundenen Grundrisse von drei Wohnstallhäusern zeugen von einer südlich des norddeutschen Tieflandes bis dahin unbekannten germanischen Bautradition.

Zusammen mit römischen Töpferwaren und einheimischer eisenzeitlicher Keramik sowie germanischen Nachahmungen belegen diese Zeugnisse einen regen Kulturaustausch in der Niederweimarer Siedlung um die Zeitenwende.