Bronzezeit

Hofsiedlung der Urnenfelder Kultur (um 1000 v. Chr.)

Während der jüngeren Bronzezeit – auch als Urnenfelderkultur bekannt – waren in unserer Region wohl eher kleinformatige Häuser üblich. In der Talweitung bei Niederweimar wurden im Vorfeld der Kiesgewinnung an mehreren Stellen unterschiedlich große Siedlungskonzentrationen festgestellt.

Als Modellsiedlung der Epoche wird hier eine aus drei Häusern bestehende Gebäudegruppe gebaut. Ein Hauptgebäude auf schlüsselochförmigem Grundriss diente ehemals wohl als Wohnhaus mit Stallteil. Ein kleineres Nebengebäude auf Sechs-Pfosten-Basis wird als Werkstatt für die Bronzeverarbeitung genutzt. Ein gestelzter Vierpfosten-Speicher dient der sicheren Aufbewahrung wertvoller Güter.

 

Im engeren Bereich des Gehöftes wird auf kleinen Ackerbeeten der Anbau zeitgenössischer Kulturpflanzen demonstriert. 

Eingerahmt wird die kleine Ansiedlung von einem Mischwald aus Eichen, Linden und Ahorn sowie einem Auwald mit Eschen und Weiden.

 

Für die Herstellung von Bronze – dem Namen gebenden Werkstoff dieser Epoche – wird neben Kupfer auch Zinn benötigt, das jedoch nur in wenigen Lagerstätten in Europa zu finden ist. Dieser Umstand führte zu einem „globalen“ Handelsnetz, von den Eliten kontrolliert, über das neben Rohstoffen und Waren auch Technologien und kulturelle Ideen verbreitet wurden. Die Themenbereiche "Herrschaft- Kontrolle - Mobilität" spielen eine zentrale Rolle in der Vermittlungsarbeit und sollen die gravierenden gesellschaftliche Veränderungen dieser Epoche beleuchten.

 

Nicht zuletzt das mildere Klima begünstigte die Ausdehnung der Wirtschaftsflächen auch in höhere Lagen der Mittelgebirge und die verstärkte Siedlungstätigkeit in Flusstälern. 

Ackerbau und Viehzucht bildeten weiterhin die Grundlagen der Wirtschaft, daneben haben sich zunehmend differenzierte Handwerke herausgebildet.

 

Bronze wurde vorwiegend für Schmuck (z. B. Nadeln für Kleidung oder Haartrachten) und Waffen oder Geräte verwendet. Alltägliche Gebrauchsgeräte bestanden jedoch weiterhin aus Keramik, Holz und zunächst auch noch Stein. Der Material- und Prestigewert des neuen goldglänzenden Metalls dürfte jedoch hoch gewesen sein