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Austausch zur Vermittlungsarbeit im Freilichtlabor Lauresham

Im Rahmen eines fachlichen Austauschtreffens zur Vermittlungsarbeit besuchte eine Gruppe der Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land das Freilichtlabor Lauresham.

Das Freilichtlabor Lauresham liegt in Südhessen am Rand der Stadt Lorsch, deren karolingisches Kloster zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Auf dem Gelände ist ein frühmittelalterlicher Herrenhof aus der Karolingerzeit modellhaft rekonstruiert. Lauresham verbindet archäologische Forschung, experimentelle Archäologie und Vermittlungsarbeit und ist damit seit vielen Jahren ein wichtiger Referenzort für vergleichbare Einrichtungen.


Langjährige fachliche Verbindungen

Empfangen wurde die Gruppe von Claus Kropp, dem Leiter von Lauresham. Im Gespräch wurde deutlich, dass die Verbindung zwischen Lauresham und der Zeiteninsel bereits weit zurückreicht: Schon vor vielen Jahren gab es einen fachlichen Austausch, unter anderem im Rahmen eines Symposiums zur Tierhaltung, zu einer Zeit, als auf dem Gelände der Zeiteninsel noch keine rekonstruierten Gebäude standen.

Diese langfristigen Bezüge bildeten einen passenden Rahmen für den aktuellen Austausch, der sich gezielt mit Fragen der Vermittlung, Besucherführung und Angebotsstruktur beschäftigte.


Zusammensetzung der Austauschgruppe

Von Seiten der Zeiteninsel nahmen zwei Vertreterinnen des engeren Teams teil:

  • Meike Schuler-Haas, Koordinatorin für die Gästeführerinnen und Gästeführer
  • Alina Nieswand, zuständig für Museumspädagogik, Schulprojekttage und Kindergeburtstage

Begleitet wurden sie von Gästeführerinnen und Gästeführern sowie Aktiven der Zeiteninsel, die regelmäßig in der Vermittlung tätig sind.

Auf Seiten von Lauresham nahmen Mitarbeitende mit unterschiedlichen Schwerpunkten teil, sodass ein Austausch auf Augenhöhe in einer nahezu 1-zu-1-Besetzung möglich war.


Vorstellung der Konzepte und Arbeitsweisen

Nach einer Einführung in das Konzept und die Struktur des Freilichtlabors Lauresham durch Claus Kropp folgte eine ausführliche Vorstellungsrunde. Die Mitarbeitenden aus Lauresham stellten ihre jeweiligen Aufgabenbereiche vor, anschließend präsentierte die Zeiteninsel ihre Entstehungsgeschichte, ihre aktuelle Struktur sowie die Planungen für die Eröffnung in diesem Jahr.

Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf:

  • dem Vermittlungskonzept der Zeiteninsel
  • der Arbeit mit ehrenamtlich Aktiven
  • den geplanten und bereits erprobten Angeboten für unterschiedliche Zielgruppen

Ergänzend stellte Alina Nieswand die museumspädagogischen Formate der Zeiteninsel vor, insbesondere Schulprojekttage, Kindergeburtstage und weitere buchbare Angebote.


Rundgang und fachlicher Austausch auf dem Gelände

Im Anschluss begab sich die Gruppe auf einen Rundgang über das Gelände des Freilichtlabors. Dieser entwickelte sich schnell zu einem intensiven fachlichen Austausch: An nahezu jeder Station ergaben sich Gespräche über praktische Abläufe, didaktische Entscheidungen, organisatorische Herausforderungen und unterschiedliche Herangehensweisen in der Vermittlung.

Der Rundgang wurde so weniger zu einer klassischen Führung als vielmehr zu einem dialogischen Format, in dem Erfahrungen, Fragen und Lösungsansätze offen diskutiert werden konnten.


Module, Workshops und Vermittlungsformate

Nach einem gemeinsamen Imbiss wurden am Nachmittag die vielfältigen Vermittlungsformate von Lauresham vorgestellt. Dazu gehörten unter anderem:

  • Workshops für unterschiedliche Altersgruppen
  • Angebote für Schulklassen und Kindergeburtstage
  • modulare Formate wie Rallyes, Entdeckerkisten und thematische Aktionen

Die Vorstellung dieser Angebote bot zahlreiche Anknüpfungspunkte für die weitere Entwicklung der Vermittlungsarbeit auf der Zeiteninsel.


Ausblick: weiterer Austausch geplant

In einer abschließenden Austauschrunde wurden offene Fragen vertieft und zukünftige Herausforderungen thematisiert. Besonders im Fokus standen dabei strukturelle Veränderungen in Lauresham, unter anderem die geplante Abkehr vom ausschließlich begleiteten Zugang zum Gelände – ein Schritt, der neue Anforderungen an Aufsicht, Organisation und Vermittlung mit sich bringt.

Beide Seiten waren sich einig, dass der Austausch fortgeführt werden soll. Geplant ist ein weiteres Treffen im Herbst bzw. zu Beginn der Wintersaison, um:

  • die ersten Monate nach der Eröffnung der Zeiteninsel zu reflektieren
  • Erfahrungen auszutauschen
  • aktuelle Entwicklungen in Lauresham zu begleiten

Trotz unterschiedlicher zeitlicher Schwerpunkte – Frühmittelalter in Lauresham, Vor- und Frühgeschichte auf der Zeiteninsel – zeigen sich zahlreiche gemeinsame Fragestellungen und Herausforderungen, die einen regelmäßigen fachlichen Austausch sinnvoll und gewinnbringend machen. Es zeigte sich wieder: Die Vermittlung im Freilicht-Kontext steht vor sehr spezifischen Herausforderungen. Gerade deshalb ist ein Austausch der unterschiedlichen Freilichtmuseen untereinander besonders sinnvoll und fruchtbar.


Dank

 

Wir danken dem Team des Freilichtlabors Lauresham herzlich für die offene Atmosphäre, die großzügige Zeit und den intensiven fachlichen Austausch. Solche Begegnungen sind eine wertvolle Grundlage für die Weiterentwicklung der Vermittlungsarbeit und für eine langfristige Zusammenarbeit.

 

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