Die Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land ist ein Museumsprojekt im Aufbau am Rande von Weimar-Argenstein im Lahntal südlich von Marburg. Zukünftig werden fünf Zeitstationen und das „Insel-Zentrum“ elf Jahrtausende Landschafts- und Kulturgeschichte lebendig werden lassen. Unsere Ziele und den Anspruch des Freilichtmuseums haben wir in unserem Manifest „11 Jahrtausende - 11 Ambitionen“ ausgeführt. Bereits jetzt können Sie an den offenen Führungen jeweils am ersten Samstag im Monat um 11.00 Uhr teilnehmen und bei zahlreichen Veranstaltungen Vergangenheit(en) erleben. Erfahren Sie hier mehr zum Projekt und informieren Sie sich über die Zeiteninsel als außerschulischem Lern- und Erlebnisort.
Erst mit der Fertigstellung des „Insel-Zentrums“ als multifunktionalem Besucherzentrum wird es einen täglichen Museums-Vollbetrieb geben.
Jeden ersten Samstag im Monat treffen sich Freiwillige auf dem Gelände der Zeiteninsel, um an verschiedenen Projekten zu arbeiten.
Start ist um 10 Uhr mit einer kurzen Begrüßung und Einweisung in die verschiedenen Tätigkeiten, die anstehen. Dann finden sich Arbeitsgruppen zusammen.
Jeden ersten Samstag im Monat findet um 11 Uhr eine offene Führung über das Gelände der Zeiteninsel statt.
Interessierte können sich nach vorheriger Anmeldung auf unserer Website über die archäologischen Hintergründe des Museums und den Baufortschritt informieren.
Diese Führung dauert ca. eine Stunde und ist kostenfrei.
Für die Planung ist eine Anmeldung gewünscht.
Die offene Führung ist für Einzelpersonen und Kleingruppen gedacht. Große Gruppen können hier leider nicht teilnehmen.
Informationen zu Aktionstagen, Kursen und Vorträgen im Jahr 2025 finden Sie unter Veranstaltungen!
Unseren Veranstaltungsflyer für das gesamte Jahr können Sie hier herunterladen.
Seit dem Bau-beginn des "Inselzentrums" ist der Zugang über den Parkplatz der Zeiteninsel zum Gelände leider nicht mehr möglich. Bitte nutzen Sie dennoch den Zeiteninsel-Parkplatz neben dem Gasthaus Ochsenburg. Das Museum ist vom Parkplatz in 10 Minuten zu Fuß durch das Dorf zu erreichen. Während der Besuchertage ist ein direkter Zugang vom Parkplatz zur Zeiteninsel möglich. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Foto: Freepik
Unser Filmer Jürgen Kramß hat das Geschehen am Wochenende in einem schönen Film zusammengefasst.
Viel Spaß!
Fotos: Meike Schuler-Haas, Cornelia Gerhardt
Am vergangenen Wochenende hatten wir die Gelegenheit einen ganz besonderen Kurs auf der Zeiteninsel anzubieten: unter der fachkundigen Anleitung von Archäotechniker Andreas Benke stellten die Teilnehmenden in zwei intensiven Tagen eigene Pfeile her - mit Techniken, wie sie bereits seit der Steinzeit angewandt wurden.
Die Gruppe erhielt zunächst spannende Einblicke in das historische Handwerk. Schon bald aber stand das eigene Tun im Vordergrund: in Trockenübungen wurde das Wickeln der Befierung geübt, bevor die Technik am ersten Pfeil ausprobiert wurde. Das Befiedern der Schäfte erforderte höchste Präzision.
Ein besonderes Highlight war der Einsatz von Birkenpech als Klebstoff - eine Technik, die bereits unsere Vorfahren kannten und meisterhaft nutzten. Schritt für Schritt entstanden so Pfeile, die nicht nur funktional, sondern auch kleine Kunstwerke sind.
Neben dem praktischen Arbeiten vermittelte Andreas Benke reiches Hintergrundwissen: Welche Materlialien standen in verschiedenen Epochen zur Verfügung? Wie unterscheiden sich Pfeile aus der Steinzeit von solchen der Eisenzeit? Durch sein Fachwissen und seine anschauliche Art wurde Geschichte zum Greifen nah.
Nach zwei Tagen voller Handwerk, Geduld und Austausch hielten alle Teilnehmenden ihre selbst gefertigten Pfeile in den Händen - und nahmen nicht nur ein Werkstück, sondern auch jede Menge neues Wissen mit nach Haus
Fotos: Meike Schuler-Haas
Auf der Zeiteninsel wurde es am letzten Wochenende wieder heiß - und das im wahrsten Sinne des Wortes: unter der Leitung von Su Gütter führte die AG Keramik einen Grubenbrand durch. In vergangenen Kursen war viel Keramik der Vorgeschichte hergestellt worden und diese sollte nun reduzierend Schwarz gebrannt werden.
Bei einem Grubenbrand wird Keramik in einer Erdgrube gebrannt, wobei das Feuer gezielt sauerstoffreduzierend geführt wird. Heolz, Blätter und organische Materialien bedecken die noch heißen Gefäßt, sodass während der Abkühlphase der Sauerstoff entzogen wird. Das Ergebnis: charakteristische schwarze Keramik, wie sie schon in der Jungsteinzeit hergestellt wurde.
Die fertigen Stücke sind mehr als nur schöne Erinnerungen an die Kurse: sie sind Unikate, geschaffen mit Feuer, Erde und viel Geduld - und tragen die Spuren eines alten Handwerks, das auf der Zeiteninsel noch heute lebendig ist.
Fotos: Andrea Winter und Frank Schiller