Das erste Maiwochenende vom 1. bis 3. Mai stand in unserer mesolithischen Zeitstation ganz im Zeichen der experimentellen Archäologie, des handwerklichen Austauschs und der lebendigen Vermittlung steinzeitlicher Lebenswelten. Teilnehmer aus den Niederlanden, aus Regensburg, aber auch aus der näheren Umgebung reisten an, um gemeinsam an verschiedenen Projekten zu arbeiten und das Wissen um mittelsteinzeitliche Techniken praktisch zu vertiefen.
Ein großer Arbeitsschwerpunkt lag auf dem Ausbau der Gebäude der Station. Für eine Kota – eine rekonstruierte Hüttenform – konnte die neue Tür weitgehend fertiggestellt werden. Parallel dazu begann bereits der Bau einer weiteren Tür für die mesolithische Hütte. Beide Projekte wurden mit traditionellen Werkzeugen und Materialien umgesetzt und boten zahlreiche Gelegenheiten, historische Techniken praktisch zu erproben.
Besonders eindrucksvoll war das Fällen einer Pappel mit einem steinzeitlichen Beil. Der Baum wurde anschließend entrindet, wobei die gewonnene Rinde nicht ungenutzt blieb: Aus ihr sollen künftig Gefäße gefertigt werden. Der Stamm selbst ist für den Bau eines hölzernen Idols vorgesehen und wird in den kommenden Monaten weiterbearbeitet. Solche Arbeiten machen anschaulich, wie vielseitig natürliche Rohstoffe in der Mittelsteinzeit genutzt wurden.
Auch die Vorbereitungen für das anstehende europäische Steinzeittreffen vom 13. bis 19. Juli liefen bereits auf Hochtouren. Für den Protowebstuhl wurden Schnüre aus Lindenbast gezwirnt, die später in Workshops zum Einsatz kommen sollen. Daneben wurde das Dach der mesolithischen Hütte repariert, um den Teilnehmenden der Steinzeitwoche eine wetterfeste Behausung bieten zu können.
Ein besonderer Höhepunkt für Besucherinnen und Besucher war die öffentliche Führung am Samstag. Durch die Belebung der Station mit zahlreichen aktiven Teilnehmern, Werkzeugen, Geräten und Alltagsgegenständen entstand ein außergewöhnlich lebendiges Bild der Lebenssituation in der Mittelsteinzeit. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Techniken aus nächster Nähe zu beobachten und mit den Darstellern ins Gespräch zu kommen.
Gerade diese authentische Atmosphäre macht solche Belebungswochenenden zu einem wichtigen Bestandteil musealer Vermittlungsarbeit.
Auch nach dem Eröffnungswochenende am 18. und 19. Juli sollen solche lebendigen Einblicke regelmäßig in den fünf Zeitstationen der Zeiteninsel erlebbar werden.
Das Wochenende zeigte erneut, wie wertvoll die Verbindung aus praktischer Forschung, handwerklicher Arbeit und öffentlicher Präsentation ist. Mit vielen neuen Eindrücken, sichtbaren Fortschritten und Vorfreude auf die kommende Steinzeitwoche endeten drei intensive Tage in der mesolithischen Zeitstation.
Text: Dennis Moch Bilder: Andrea Winter, Dennis Moch




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