Eisenzeit

Weiler der Vorrömischen Eisenzeit (um 500 v. Chr.)

Die kleinformatigen Gebäude der eisenzeitlichen Epoche gruppieren sich in lockerer Anordnung um einen freien Platz. 

Die Siedlung liegt frei im offenen Grünland; bis auf wenige Reste an Hainbuchenbestockung und Solitärbäumen sind natürliche Gehölze aus der intensiv genutzten Landschaft verschwunden.

 

Die Häuser unterscheiden sich hinsichtlich Größe und Aussehen nur geringfügig voneinander. Dennoch dienten sie unterschiedlichen Zwecken: Die meisten waren zugleich Wohn- und Arbeitsstätte, manche Gebäude beherbergten Vieh, andere landwirtschaftliche Geräte und Wagen. 

 

In den Boden eingegrabene Vorratsgruben zeigen das übliche Verfahren zur Lagerung von Erntegut, daneben gibt es aber auch gestelzte Speicherbauten. 

Auch in dieser Station wird ein Acker- und Gartenbereich den hohen Stand der eisenzeitlichen Landbewirtschaftung mit ausgereiften Anbaumethoden und einem breiten Nutzpflanzenspektrum veranschaulichen. 

 

Eisengewinnung und -verarbeitung, Textilproduktion oder Töpferei sollen sowohl in den Häusern im Rahmen kleiner Ausstellungen, als auch im Randbereich der Ansiedlung als Einrichtungen der Experimentellen Archäologie anschaulich dargestellt werden.

 

Die Epoche der vorrömischen Eisenzeit wird in Westeuropa mit den „Kelten“ in Verbindung gebracht. Niederweimar befindet sich an der nördlichen Peripherie dieses Kulturkreises. 

Kennzeichnende Erscheinung der Epoche ist die Gewinnung und Verarbeitung des neuen Werkstoffes „Eisen“. Gerade in unserer Region an Lahn und Dill spielt der Bergbau auf Eisenerz seit der Eisenzeit eine bedeutende Rolle.  Es ist eine Epoche technischer und künstlerischer Innovationen wie auch dynamischer gesellschaftlicher Veränderungen.

 

Dies findet nicht zuletzt Ausdruck in allen materiellen Kulturgütern: Waffen, Schmuck oder Keramik verändern sich rasch und spiegeln nicht selten religiöse und geistige Vorstellungen, deren Bedeutung uns aber verschlossen bleibt.

 

Der intensive Feldbau ist mit Winter- und Sommeranbau prägendes Element der Landwirtschaft und verfügt über ein sehr breites Nutzpflanzenspektrum. Auch der Einsatz eiserner Geräte wie Pflugscharen oder langstielige Sensen trug zur Ertragssteigerung in der Landwirtschaft bei.

Offenes Grünland und weite Feldfluren sowie zurück gedrängte Wälder zeugen von der dichten Besiedlung und intensiven Nutzung der Landschaft.