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20.04.2019

Akteure stellen Zeitplan für Museumsbau in Argenstein vor: Freilichtmuseum Zeiteninsel eröffnet am Internationalen Museumstag 2022

Gemeinsame Pressemitteilung der Zeiteninsel EG, der Gemeinde Weimar, der Universitätsstadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf

 

Argenstein. Die "Zeiteninsel - Freilichtmuseum im Marburger Land" nimmt weiter Gestalt an. Nun stellten die Genossenschaft der Zeiteninsel, die Gemeinde Weimar, die Stadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf den Zeitplan für den weiteren Museumsbau vor. Eröffnung soll am 15. Mai 2022 gefeiert werden. Schon jetzt ist die Zeiteninsel regelmäßig mit Leben gefüllt: Am 25. und 26. Mai werden zahlreiche Besucher*innen zum Aktionswochenende "Geschichte(n) erleben" erwartet.

 

Die Par-Allna umfließt die Insel bei Argenstein in Weimar. Das Rössener Haus ist bereits fertig, das Germanen-Gehöft steht, die Arbeiten an der dritten von fünf geplanten Zeitstationen starten bald. Die Mitglieder des Fördervereins der Zeiteninsel arbeiten regelmäßig auf der Zeiteninsel, legen Wege oder Brunnen an, packen bei der Infrastruktur und der Pflege des Geländes kräftig mit an. Kurzum: Die Zeiteninsel im Marburger Land nimmt immer weiter Gestalt an. Die Akteure stellen daher nun erstmals einen verbindlichen Zeitplan vor. Im Mai 2022 soll das Museum offiziell in Betrieb gehen.

 

„Für eine Gemeinde wie Weimar ist die Zeiteninsel ein höchst ehrgeiziges Museumsprojekt. Es ist nur möglich durch die hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadt Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und durch die Investition des Landes Hessen in das Museum“, sagt Weimars Bürgermeister Peter Eidam, der zugleich Bauträger und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Zeiteninsel-Genossenschaft ist. „Die Zeiteninsel wird ein ganz besonderer Ort, der den Landkreis weit über die Region und über Hessen hinaus bekannt machen wird“, so Landrätin Kirsten Fründt. Das Museum sei schon jetzt ein wichtiger außerschulischer Lernort mit einem spannenden Konzept, das die regionalen Lebensgrundlagen aus Jahrtausenden Menschheitsgeschichte darstellen werde. „In diesem Mitmachmuseum können wir in die Vor- und Frühgeschichte eintauchen und selbst ausprobieren, wie unsere Vorfahren gelebt haben – und das auf Basis authentischer Funde und wissenschaftlicher Begleitung“, ergänzt Marburger Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Er freue sich, dass das Museum 2022 in Vollbetrieb gehen wird. „Ebenfalls 2022 feiern wir das Jubiläumsjahr ,Marburg800‘. Laut Marburger Geschichtsbuch hat die Stadt aber auch Wurzeln in der Vor- und Frühgeschichte: Damals soll es einen Kampf von eiszeitlichen Bewohnern Ockershausens gegen ein Wollnashorn gegeben haben.“

 

„Die Eröffnung ist damit auch ein Beitrag der Zeiteninsel zum Jubiläum der Stadt Marburg“, so Bezirksarchäologe Dr. Andreas Thiedmann vom Vorstand der Zeiteninsel. Er erklärte, dass Baugenehmigungsverfahren und Ausschreibung für das Herzstück des Museums – das Multifunktionsgebäude „Insel-Zentrum“ mit Eingang, Shop, Werkstatt und Büros – gegen Ende des Jahres starten sollen. „Etwa im August 2020 wollen wir dann mit dem Bau beginnen und im Spätsommer 2021 fertig sein.“ Im Herbst könne dann mit dem „Insel-Zentrum“ eine Testphase starten, bis alle fünf Zeitstation und die Infrastruktur fertiggestellt sind und das Museum im Mai 2022 offiziell starten kann.

 

Die Zeitstation Germanengehöft wird laut Thiedmann in diesem Herbst fertig. Der Bau der Bronzezeitlichen Hofsiedlung startet im Juli und soll im November 2020 abgeschlossen sein. Ein Weiler soll die jüngere Eisenzeit darstellen und ab Juni 2020 gebaut werden. Zur Errichtung der Zeitstation Mittelsteinzeit ist dann eine Workshop-Phase ab Juni 2021 bis Mai 2022 geplant. An der Infrastruktur, etwa Zaun, Parkplatz und Zuwege, wird bereits jetzt schon kräftig gearbeitet. Und auch Workshops, Schulprojekte oder Kindergeburtstage bringen bereits jetzt regelmäßig viele Menschen auf die Zeiteninsel.

 

„Geschichte(n) erleben“ am 25. und 26. Mai

 

Besonders viele Besucher*innen erwartet das Team der Zeiteninsel am 25. und 26. Mai: Dann finden die Aktionstage „Geschichte(n) erleben“ statt. Sarah Fräßdorf, Museumspädagogin der Zeiteninsel stellt das Programm vor: „Interessierte Besucherinnen und Besucher können an den beiden Museumstagen im Mai das Leben und den Alltag in der Bronze- und Eisenzeit hautnah erfahren.“ Viele Darsteller*innen und Archäotechniker*innen zeigen, was die Menschen in den Metallzeiten aßen und tranken, wie sie sich kleideten, wie sie Werkzeug anfertigten und vieles mehr. „Die Gäste können dabei den Akteurinnen und Akteuren über die Schulter schauen – und auch selbst so einiges ausprobieren.“

 

Wer weiß schon, was eine Lure ist? Das erfahren alle, die zu den Aktionstagen kommen, und sie werden nach dem Wochenende sogar wissen, wir sie klingt. Außerdem können große und kleine Besucher/innen eigene Tongefäße formen, sich im Pfeil- und Bogenschießen üben und kennen lernen, wie sich die Ausstattung eines bronzezeitlichen Fischers zusammensetzte. auch die spannende Übergangszeit zwischen Jungsteinzeit und Bronzezeit, die sogenannte Kupferzeit, kommt nicht zu kurz: Originalgetreue Rekonstruktionen der Ausrüstung von "Ötzi“, der berühmten Gletschermumie aus Südtirol, sind ebenfalls zu sehen. Im Fokus steht am Veranstaltungswochenende täglich von 10 bis 18 Uhr natürlich auch das Metall.

 

Gezeigt wird, welche Verarbeitungsschritte die früheren Handwerker ausführten, um am Ende ein Bronzebeil oder Eisenschwert in den Händen halten zu können. Interessierte sehen zudem, wie aus Wolle schließlich Bekleidung wird. Sie sind bei der Schafschur dabei und können schließlich selbst am Gewichtswebstuhl ausprobieren, aus den Fäden ein Gewebe herzustellen. Jenseits der Informationen und Demonstrationen über die Küche unserer Ahnen gibt es an beiden Aktionstagen auch zeitgemäße Kost für alle Besucherinnen und Besucher. Der Eintritt zu den Museumstagen kostet für Erwachsene fünf und für Familien zehn Euro.